Kind und Sicherheit

Kinder beim Klettern.
Kinder beim Klettern.

Kindliche Entwicklung wird durch Erfahrungen bestimmt, die mit Hilfe der Nah- und Fernsinne möglich werden. In der Lebensschule Spiel ist die Begegnung mit Gefahrenquellen ein elementarer Bestandteil, der lebensnotwendig ist und Überleben sichert.

Das Kind begegnet dem heißen Ofen, der hohen Treppenstufe, der sich schließenden Tür, und erlebt unter Umständen Verletzung und Schmerz. Ein gesundes Kind braucht diese Erfahrung, um Techniken zur Vermeidung von zukünftigem Schmerz zu entwickeln.

Erwachsene, die dem Kind aus falsch verstandenem Sicherheitsdenken und vermeintlichem Verantwortungsbewusstsein diese Lernchance verwehren, verhindern die Entwicklung von selbstsicherndem Schutzverhalten.

Im Spiel suchen Kinder Risiko und Wagnis, um ihre Fähigkeiten immer weiter auszudehnen. Ein Kleiner, der mit Mühe auf ein Holzschwein klettert, riskiert herunterzufallen. Das weiß er genau, und trotzdem versucht er es mutig immer wieder, bis er es kann.

Entsprechende Situationen für Heranwachsende sind besonders notwendig, da in der Selbstfindungsphase immer wieder Grenzen überschritten werden müssen. Aktionsangebote, die nicht gefährlich, aber durchaus risikoreich sind, müssen Bestandteil von Aufenthaltsräumen für Kinder und Jugendliche sein.

Verschiedene Studien weisen nach, dass Jugendliche mehr Angst vor Langeweile als vor dem Risiko haben. Durch Erlebnisarmut und geringe körperliche Aktivität entstehen Defizite. Risiko und Wagnis müssen sein.

Eine Gesellschaft, die aus einem Sicherheitswahn heraus derartige Situationen zu verhindern sucht, drängt die Heranwachsenden in tatsächlich gefährliche Aktionen, wie zum Beispiel das S-Bahn-Surfen. Bei der Planung und Einrichtung von Spielräumen muss die menschliche Entwicklung mit all ihren Aspekten im Vordergrund stehen, nicht der Sicherheitsgedanke.

Weitere Informationen zum Thema Sicherheit können Sie gern bei uns anfordern.